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Laufen - mein Leben
Gerd Müller aus Havelberg
   
   
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3. Teil - Wir beginnen !
Wir hatten uns entschlossen, durch Bewegung etwas für uns zu tun. Schlanker, leistungsfähiger und gesünder zu werden !
Überprüfen Sie nochmals folgende Voraussetzungen:



1.    Will ich das wirklich für mich tun und ernsthaft diesen Sport angehen?
2.    Werde und will ich auch noch in 3 Monaten so denken?
3.    Hat mein Hausarzt zugestimmt?
4.    Fühle ich mich im Moment gesund und bin ich die letzte Zeit fieberfrei gewesen?
5.    Habe ich die nötige Ausrüstung zusammen?
(Lauf ist ein sehr billiger Sport, aber an den Schuhen sollten Sie nicht sparen)
-    Schuhe, Laufhosen lang und kurz, Funktionsunterwäsche, Handschuhe, Mütze
6.    Habe ich die Sache mit meiner Familie besprochen. Immerhin erfordert das Laufen
doch einiges an Zeit.


So, wenn alles erledigt ist, kommen wir zum Thema. Legen Sie einen Tag fest, an dem begonnen wird. Planen Sie ein, nicht nur 1 x pro Woche zu Laufen, sondern mehrmals.
Am Anfang kann das 2-3 x sein.

Beginnen Sie mit einem Wechsel von Laufen und Gehen.
Zuerst machen Sie sich durch etwas Gymnastik warm, denn kalte Muskulatur und Sehnen
können Belastung, die noch dazu ungewohnt ist, schnell übel nehmen.

Dann fangen Sie einfach an, locker zu laufen. Geraten Sie nicht in Panik, wenn Sie nach einer relativ kurzen Strecke schon außer Atem kommen – das ist völlig normal !
Wenn es so weit ist, gehen Sie über zum Gehen. Versuchen Sie, am Anfang 5-10 Minuten zu laufen und 2 Minuten zu Gehen – einige Male im Wechsel.

Am Anfang nicht gleich zu viel, denn Übermut tut selten gut – auch nicht für Laufeinsteiger !
Richten Sie sich darauf ein, früher oder später hier und da mehr oder weniger starke Problemchen zu bekommen.
Jetzt gilt es zum ersten Male, Willen zu zeigen ! Ohne Anpassungsreaktionen des Bewegungs- und Stützapparates geht es bei so gut wie keinem Laufanfänger ab.

Guter Rat:  Nach jeder Trainingseinheit brausen Sie Ihre Beine vom Knie an abwärts kalt ab.
                   Sollten Probleme am Fuß bzw. an der Achillessehne auftreten, sind auch          
                   Wechselfußbäder anzuraten (warm beenden).

In diesen Tagen wird sich erweisen, ob Sie wirklich wollen und trotz Problemen dabei bleiben!

Steigen Sie am Anfang nicht zu schnell oder zu oft auf die Waage und erwarten Sie keine Wunderdinge ! Durch Sport wird zwar Fettgewebe abgebaut, aber es wird auch Muskelgewebe gebildet, welches schwerer als Fettgewebe ist. Nicht selten ist es also, dass sogar eine leichte Gewichtszunahme am Anfang zu verzeichnen ist.
Aber nach einer gewissen Zeit werden Sie deutlich spüren, dass Sie sich besser fühlen – rundum !

Seien Sie stolz auf das, was Sie schaffen, auch wenn es am Anfang erschreckend wenig sein sollte. Sie werden schnell feststellen, dass die Strecken, die Sie laufend zurücklegen können, immer länger werden.
Bald werden Sie in der Lage sein, eine längere Strecke laufend zurückzulegen.
Laufen Sie langsam, locker und ruhig. Setzten Sie sich am Anfang keinem Leistungsdruck aus.

Bis wir daran denken können, uns  durch Erfolgserlebnisse im Wettstreit mit anderen zu motivieren wird es noch ein wenig dauern.
Motivieren Sie sich durch Ihre kleinen Fortschritte, die Sie machen. Freuen Sie sich daran, jetzt plötzlich Treppen hoch „marschieren“ zu können ohne außer Atem zu geraten.
Freuen Sie sich, jetzt alles und so viel Sie wollen essen zu dürfen ohne zuzunehmen !

Eine sehr gute Motivationshilfe ist das Führen eines Lauftagebuches. Es ist ein stolzes Gefühl, wenn Sie dann anhand ganz klarer Zahlen und Daten ablesen können, wie Sie sich weiterentwickelt haben. Sie werden staunen, wie viel Kilometer da ganz schnell zusammen kommen. Das werden Zahlen sein, die sie sich vorher nie hätten vorstellen können, sie zu Fuß, ja sogar laufend zurückzulegen.

Folgendes sollten Sie im Lauftagebuch festhalten:

-    Tag, Uhrzeit, Wetter, Laufstrecke in m, Laufzeit, Bemerkungen oder Probleme
(Im Internet werden Sie diesbezüglich schnell fündig. Vom Messen der Herzfrequenz nehmen wir als absoluter Neuanfänger erst mal Abstand).

Natürlich ist es nötig, bei auftretenden Problemen, etwas weniger zu tun – aber nach Möglichkeit nicht ganz aufhören.

Absolutes Laufverbot möchte ich hier für die Zeit während oder kurz nach fiebrigen Erkrankungen aussprechen ! Das nimmt jeder Herzmuskel übel und schon mehrere Übereifrige haben dies mit dem Leben bezahlen müssen !

Das wollen wir natürlich nicht und es wird auch immer seltener vorkommen, dass Sie kränkeln, denn durch den Sport wird Ihr Immunsystem deutlich gestärkt. Natürlich werden auch Sportler krank, aber Sie werden besser damit fertig !

Denken Sie daran !  Nach dem Training nicht lange Rumstehen, sondern nach Möglichkeit trockene Sachen überziehen ! Nicht zum Frieren kommen, denn das ist gefährlich !

Abschließend nochmals:   Erwarten Sie am Anfang nicht zu viel !  Die Regelmäßigkeit wird den Erfolg bringen ! 
Erfreuen Sie sich an kleinen Fortschritten – dann werden bald die größeren folgen !

Es gibt kein schlechtes Wetter – es gibt nur falsche Kleidung !
Fangen Sie gar nicht erst an, nach Ausreden zu suchen, um nicht zu laufen !

Ihr Körper und Ihr Geist werden Ihnen ganz schnell für die Anfangsmühen danken !
Garantiert !

Und vor allem, man ist nie zu alt, um anzufangen, sich durch intensivere Bewegung Gutes zu tun – nie !
3 Monate sollten Sie das Anfangsprogramm durchhalten. Spätestens dann werden Sie deutliche Erfolge feststellen und die positiven Wirkungen auf Körper und Geist werden ganz deutlich !

Dann spätestens ist es auch so weit, dass es anfängt, richtig Spaß und Freude zu machen !
Bleiben Sie standhaft – Sie werden es nicht bereuen !!!



Ihr Gerd Müller

(erschienen in Ausgaben von meineseniorenzeitung.de)

 
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