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Laufen - mein Leben
Gerd Müller aus Havelberg
   
   
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Frankfurt 2012

Frankfurt Marathon 2012 - der erste ohne Krise!

 

 

 

Ich hatte in der Woche vor dem Lauf von Mittwoch bis Freitag Spätschicht und blieb gleich in Frankfurt, wo ich ja ein Zimmer habe. Ein Zimmer in einem Container - aber ruhig und es hat alles, was man braucht!

 


 

Samstag reiste 9:40 Uhr Christine an. Ich holte sie vom fast pünktlichen IC ( Schneefall!!!) in Frankfurt Süd ab.

 

Christine machte schnell noch etwas Ordnung in meiner "Bude" (ich hatte das zwar bereits getan, aber die Augen einer Frau sehen in der Beziehung doch mehr bzw. glauben, mehr zu sehen als ein Mann)!

 

12 Uhr wollten Esther, HD und Grobi mit dem Auto aus Mannheim eintreffen. Auch sie waren (wie der Zug) nur ganz gering verspätet.

Nach einem Kurzbesuch auf meiner Arbeitsstelle (relativ interessant für die Computerfachleute aus Mannheim) stellten wir ihr Auto bei mir ab und begaben uns dann zu Fuß zum Marathongelände nebst Marathon-Messe (nicht zu verwechseln mit Computer-Messe).

 

Die geplanten Treffs am Stand des Rennsteiglaufvereins klappten allesamt. Familie Miess holte das Auto wieder ab und fuhr nach Mannheim zurück und wir begaben uns auf einen Stadtbummel, der erst gegen 19 Uhr sein Ende fand (irgendwie clever paar Stunden vor einem Marathon).

 

Die folgende Nacht konnte ich auf dem Fußboden vor dem Bett überraschend gut schlafen und wir nahmen auch die Stunde mehr gerne mit!

 

7 Uhr war die Nacht zu Ende und Esther und HD (ohne Grobi) waren ganz pünktlich 8 Uhr auch wieder da. Das folgende kurze Kaffee-Trinken untermalte ich mit dem "Schneewalzer" auf dem Keyboard - dann wurde es langsam ernst.

 

Wird auch langsam Zeit, denn bis jetzt war im "Laufbericht" noch kein Wort vom Laufen zu lesen!

 

Das Wetter hatte sich zum Glück entscheidend geändert. War es gestern noch nass, kalt und windig, so war es heute nur noch kalt und windig!

Eine ganz entscheidende Veränderung! Ich weiß nicht, ob ich bei den Bedingungen von gestern gelaufen wäre!

 

Der Wind hatte auch ein wenig nachgelassen. Nur in der Stadt direkt gab es noch starken "Hochhausschluchtenwind" (nach Esther Miess)! Die Sonne meinte es aber sehr gut und erwärmte die Luft ein klein wenig. Knapp über Null Grad war es, als wir 10:10 Uhr starteten.

 

HD war mit mir im gleichen Startblock. Da wir diesen aber getrennt aufsuchten, fanden und sahen wir uns nicht.

Die Auswertung der Daten zeigte dann, dass ich etwa 1 Minute vor ihm die Startlinie passiert hatte.

 

Ich lief relativ vorsichtig, aber sehr gleichmäßig an. Meinem Gefühl nach etwa in einem Schnitt von 5:50/km.

 

Ich wartete bis km 5 und fühlte mich noch genau so wie am Start - nur etwas wärmer!

Es lief, es rollte und ich spürte nichts!

 

Ich merkte nicht mal, dass mich HD inzwischen überholt hatte!

 

Ich hatte noch kein rechtes Zutrauen in die Lage und wartete auf den Einbruch, der kommen musste! Immerhin bin ich noch nie einen Stadtmarathon gelaufen, bei dem keiner kam.

 

Als ich nach genau 2 Stunden die Halbmarathondistanz geschafft hatte und mich immer noch locker fühlte, wurde ich langsam stutzig! Ich hatte immer noch das Gefühl, jederzeit antreten zu können!

 

Warum ich das nicht tat und stattdessen weiter auf eine Krise wartete, ist mir im nachhinein unklar. Gestern hätte ich die 4 Stunden knacken können - ganz sicher!

 

Egal - verschieben wir auf nächstes Jahr und auf die neue Altersklasse!

 

Am Rand der Strecke wurde inzwischen unser "Zweikampf" mit Spannung verfolgt. Allerdings ein Zweikampf von dem ich absolut gar nichts wusste. Ich lief wie ein Uhrwerk und bekam das alles nicht mit!

 

Nur durch die Tatsache, dass HD wahrscheinlich doch in der ersten Hälfte etwas überzogen hatte und deshalb irgendwo auf den 30er Kilometern einen kleinen Einbruch hatte, bin ich irgendwie wieder an ihn heran gelaufen und etwa bei km 40 wieder mit Scheuklappen an ihm vorbei!

 

Plötzlich rief jemand hinter mir: "Hallo Herr Müller"!  Das drang in mein Bewusstsein durch und ich sah endlich HD, an dem ich gerade vorbei gelaufen war.

 

Ich nahm den Gang raus, lies HD sich anpassen und beschleunigte wieder. So half ich ihm noch etwas im Endkampf.

 

Kurz nach km 41 kam noch eine Verstärkung - Esther klinkte sich ein und hielt tapfer mit bis zur Ziellinie in der Festhalle!

 

Hut ab, denn wir waren auf dem letzten Kilometer so richtig schnell!

 

Ein paar Meter vor HD (das wollte ich mir nun doch nicht nehmen lassen) lief ich über die Ziellinie!

 

Alle 3 waren wir glücklich! HD und Esther über seine unerwartet starke Leistung und ich, weil ich meinen ersten Marathon ohne jede Schwäche beendet hatte!

 

Es funktioniert also doch:  Überholen ohne Einzuholen (Ich war vor HD im Ziel, doch er hatte die bessere zeit)!

 

Das war aber so etwas von egal - es war ein erfolgreicher und schöner Tag für alle!

Auch für die Frauen Esther und Christine, die es in der Kälte am Streckenrand manchmal sicher auch nicht einfach hatten!

 

Danke - Ihr zwei Hübschen!

 

 

Gerd!

 
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