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Laufen - mein Leben
Gerd Müller aus Havelberg
   
   
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Thüringenultra 2011
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Jubiläumslauf am Rennsteig am 25. Mai 2013

Ich habe sie - die blaue Startnummer. Ich habe ihn - den Eintrag ins Ehrenbuch des Rennsteiglaufes.

 

25 mal bin ich gelaufen. Seit 1988 gehört dieser Lauf zu meinem Leben. Nur 1991 konnte ich wegen einer Verletzung nicht starten.

 


 

Auch dieses Jahr hing die Sache gewissermaßen am seidenen Faden. Es war lange nicht sicher, ob ich würde laufen können.

Seit etwa 2 Monaten zwingt mich eine Zehverletzung beinahe zum läuferischen Stillstand.

 

Damals habe ich mir die Flurtür über den unbeschuhten Zehenbereich gezogen. Die akuten Schmerzen waren nach 2 Tagen wieder weg, so dass ich ohne Bedenken den 6 Stunden Lauf in Rotenburg gelaufen bin.

 

1 Tag danach waren die Schmerzen verstärkt wieder da und sind auch bin heute nicht völlig verschwunden! Wobei das Laufen beinahe problemloser geht als das Gehen. Denn da wird der Fuß abgerollt.

 

Um die Sache nicht völlig aussichtslos zu machen, meldete ich einige Zeit vor dem Lauftag von Supermarathon auf Marathon um. Die lange Strecke wäre wohl mit dieser Verletzung und dem Trainingsrückstand nicht möglich gewesen.

 

Durch die Aufregung und Ungewissheit davor vergaß ich eine wesentliche Sache. Ich kümmerte mich nicht um meine Magnesiumdepots. Sonst ist das immer ein wesentlicher Bestandteil der letzten Vorstarttage! Es sollte sich bitter rächen.

 

Am Tag vor dem Lauf trafen wir uns eigentlich wie immer die letzten Jahre mit Familie Siegel in Neuhaus (Fanclub). Dieses Jahr stieß noch Familie Miess aus Mannhein dazu.

Auch für sie hatten die Siegels noch kurzfristig eine Übernachtungsmöglichkeit geschaffen.

 

Nach dem Besuch in der Sporthalle feierten wir noch etwas Christines Geburtstag vor und ich ärgerte mich über die unglückliche 1:0 Niederlage von Dynamo Dresden gegen Osnabrück.

 

Schnell war die Nacht vorbei. Kalt war es.  Nur 2°C zeigte das Außenthermometer an. Aber es war trocken. Zum Glück blieb es auch bis ins Ziel so - was für ein Glück, denn der Wetterbericht war alles andere als angenehm!

 

Nach dem üblichen Schneewalzer ging es los. Ich wollte betont langsam anlaufen, um die Belastung für den Zeh in Grenzen zu halten. Außerdem war es in Anbetracht des Trainings der letzten Wochen alles andere als angeraten, zu schnell anzugehen!

 

So schwanden die Kilometer und ich blieb ohne große Probleme auf einem Kurs von deutlich unter 5 Stunden. Ich war zufrieden und war beinahe überzeugt, dass auch der Zeh durchhalten würde. Jedenfalls war es erträglich - wenn auch nicht ohne Probleme.

 

Doch dann geschah es!  Es begannen Wadenkrämpfe, wie ich sie bisher eigentlich noch nicht gekannt und erlebt hatte! Beide Beine! Teils gleichzeitig - teils abwechselnd!

 

Sie vergingen wieder und kamen erneut. Ich musste jedes mal deutlich "den Gang rausnehmen" und oft sogar völlig stehen bleiben, um den Krampf wieder in den Griff zu bekommen. Je weiter es dem Ziel entgegen ging, desto schlimmer wurde es!

 

Die letzten Meter hinauf zum Sportplatz und dann auf der Zielgeraden wurde es so schlimm, dass ich auf dieser kurzen Strecke bestimmt nochmals 10 Minuten verlor!

 

Aber egal - es war geschafft!

 

Ich hatte meinen zweiten Jubiläumslauf in diesem Jahr erfolgreich zu Ende gebracht (nach dem Gothaer Citylauf).

 

Ich war zufrieden und froh, dass Risiko eingegangen zu sein!

Es hätte auch anders ausgehen können!

 

Jetzt hoffe ich, dass es der Zeh gut verkraftet hat und dass ich meine nächsten läuferischen Pläne dieses Jahr auch noch umsetzten kann!

 

Gegen 15 Uhr durfte ich mich noch ins Ehrenbuch des Rennsteiglaufes eintragen.

 

Dann begann der Regen - was hatten wir für ein Glück mit dem Wetter!

 

 

 

Gerd Müller

 
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