Marathons und länger:
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Laufen - mein Leben
Gerd Müller aus Havelberg
   
   
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6 - Juni
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Jubiläum auf der Marathonstrecke

Das war er - der 25. Lauf auf der Marathonstrecke des Rennsteiglaufes!

21.Mai 2016!

 

 

Dieses Jubiläum wollte ich unbedingt schaffen! Jetzt fehlt nur noch, die 30 Rennsteigläufe

voll zu machen. Zwei Läufe sind es noch.

Den 29. werde ich wahrscheinlich auf der Halbmarathonstrecke absolvieren. Zum einen fehlt dieser Lauf noch in meiner Sammlung und zum zweiten muss ich davon ausgehen, dass ich wegen meines rechten Fußes vielleicht bald keine Marathons mehr laufen kann!

 

Es war lange unklar, ob ich in diesem Jahr die Strecke über den Marathon angehen würde. Zu große Probleme machte der rechte Fuß seit Dezember 2015. Es wurde einfach nicht besser.

Jetziger Erkenntnisstand ist, dass sich das auch nicht geben wird, so lange ich den Tischtennissport weiter intensiv betreibe.

 

Im Moment neige ich dazu, eher den Laufsport ausklingen zu lassen, als den Sport an der grünen (blauen) Platte. Zumindest werde ich das Laufen nur noch so weit fortführen, dass ich es noch als Ausgleichssport zur Gesunderhaltung weiterführe. Etwas Ausdauer erhalten, denn diese ist auch im TT Sport nicht von Schaden!

 

Wettkampfmäßig werde ich wohl nur noch am Rennsteig aktiv sein. Vielleicht ein paar kleinere Läufe in der Umgebung. Die Zeit der Stadtmarathons werde ich aber ausklingen lassen. Auf dem Gebiet des Laufsports brauche ich weder mir noch sonst jemandem mehr etwas beweisen. Wenn ich die Liste meiner Läufe "Marathons und länger" ansehe, kommen mir nicht nur viele schöne Erinnerungen in den Sinn, sondern ich bin auch immer ein wenig stolz auf die erzielten Ergebnisse!

 

Zum Jubiläum auf der Marathonstrecke. In diesem Jahr waren wir wieder mal zu zweit.

Gunnar spielt genau wie ich in der 1. Kreisklasse im Kreis Stendal Tischtennis.

Beim Buga-Turnier in Havelberg kam ich mir ihm ins Gespräch. Er erzählte, dass er nebenbei auch ein wenig läuft und sogar schon über die Halbmarathonstrecke unterwegs war.

Sein großer Traum sei, einmal einen Marathon zu laufen.

 

Das hatte er genau dem Richtigen erzählt. Ich gab ihm einen kurzen Einblick in meine "Laufgeschichte" und bot ihm Hilfe bei der Motivation, Vorbereitung und bei einem Lauf an.

 

Kurze Zeit später waren wir beide beim Hamburg Marathon angemeldet!

 

Als es absehbar wurde, dass es auf Grund der damals großen Probleme mit dem Fuß bei mir sehr eng mit der Vorbereitung auf Hamburg werden würde und Gunnar auch gesundheitliche Probleme hatte, sagten wir ab und entschlossen uns (nach Überzeugungsarbeit von mir), Gunnars ersten Marathon auf den Höhen des Thüringer Waldes durchzuziehen. Wir meldeten uns für die Marathonstrecke an! Wir beschlossen, den Lauf als reinen Erlebnislauf zu absolvieren. Ankommen war das Ziel

 

Immer wieder aufkommende Zweifel von Gunnars Seite wegen der Schwere dieser Aufgabe konnte ich jedes mal mit Berichten von der Schönheit und der ganz starken Stimmung bei dieser Veranstaltung beseitigen.

 

Wir hatten 5 Wochen Vorbereitungszeit gewonnen und nutzten diese Zeit auch. Ich konzentrierte mich auf die längeren Einheiten. Mehr als zehn Läufe über zwei Stunden und drei Läufe über drei Stunden.

 

Mein Fuß hielt während des Trainings immer relativ gut durch. Nur nach dem Laufen konnte ich eine ganze Zeit lang fast nicht auftreten. In der ganzen Vorbereitungszeit verzichtete ich komplett auf Tempotraining. Die Wochenumfänge gingen nur selten an die 50 km heran.

 

Aber ich konnte Laufen!!!

 

Gunnar konnte eine komplette und gute Vorbereitung durchziehen und nahm auch einen gut gemeinten Rat von mir an. Ich riet ihm, drei Wochen vor dem Start in Neuhaus noch einen Lauf über 30-35 Kilometer zu machen und sich dabei nur Wasser als Verpflegung zu gönnen.

 

Er lief diesen Lauf - und hat furchtbar gelitten! Sein Körper bekam keine Kohlenhydrate zugeführt und musste auf den Fettstoffwechsel umschalten. Der Hauptgrund für sein Leiden war aber nicht Energiemangel, sonder ein viel zu hohes Tempo über die ersten 25 km!

 

Ich behaupte aber, dass gerade dieser Trainingslauf viel dazu beigetragen hat, dass er den Marathon nicht nur geschafft, sonder problemlos geschafft hat!

 

Am 20. Mai war es so weit. Wir trafen uns in Magdeburg uns fuhren von da aus mit meinem Honda zuerst nach Gotha. Wir nutzen schon seit 2014 die Fahrt zum Rennsteiglauf zu einem Besuch in unserer ehemaligen Heimatstadt.

 

Pünktlich 14:30 Uhr fuhren wir aber bei Manfred und seiner Frau Heike vor. Wir kamen genau richtig zum Kaffee - wie geplant.

Bei Familie Siegel nächtige ich bereits seit etwa 20 Jahren vor dem Marathon. Sie gehörten auch immer zu meinem "Fanclub" beim Thüringenultra!

 

Es lieg das gleiche Ritual wie jedes Jahr ab:  Startunterlagen holen, Laufausrüstung und Kleidung für den Lauf fertig machen, Party in der Halle, früh 8 Uhr aus dem Haus und im Wald direkt vor der Tür warm laufen und gehen, Startgelände, Schneewalzer, Hubschrauber winken - und ab!

 

Ich genieße immer wieder den Luxus, nur 500 m von der Startlinie entfernt das Bett stehen  zu haben!

 

Manfred hatte noch eine kleine Überraschung vorbereitet. Zur Kloßparty am Vorabend wurden wir vom Alleinunterhalter extra begrüßt. Es wurde bekannt gegeben, dass ich meinen 25. Jubiläumslauf auf der Marathonstrecke angehen würde und dabei einen Läufer unterstützen würde, der seinen ersten Marathon überhaupt laufen würde! Auf dem Rennsteig!

 

Gunnar und ich sagen beide - Danke Manfred!

 

Der Start war erfolgt. Wie angekündigt lief ich die Anfangssteigung sehr gemütlich an.

Berglaufen konnte ich noch nie. Das Wenige, das ich da konnte, hatte ich beim immer flachen Training um Havelberg restlos verlernt! Außerdem hat man mit 67 Jahren nicht mehr die Sauerstoffverwertung, die man noch mit 50 hatte.

 

Ich kam aber laufend den Berg hoch und konnte nach etwa 500 m Regeneration zu meinem Lauf finden. Schön locker ging es weiter. Nur nicht zu schnell werden - wir wollten ja ANKOMMEN!

 

Ich gab Gunnar meine Erfahrungen betreffs Ernährung und Strecke weiter. besonders mit Streckenkenntnis konnte ich ja dienen. So wusste er immer in Vorfeld Bescheid, was auf ihn zukam. Gunnar hatte bis zum Schluss konditionell keine Probleme. Abgesehen von ein klein wenig Zwicken im Knie und in der Wade, konnte er den Lauf genießen.

 

Er war begeistert von der Organisation, der Strecke, der ganzen Stimmung und auch vom Wetter. Na gut - von der Strecke nicht immer! Besonders nicht vom Berg bei Kilometer 31!

Anstrengend war es natürlich - aber schön eben!

 

Kurz nach Masserberg war es dann so weit - mein Fuß meldete sich spürbar zu Wort!

Ja, und kurz danach kam dann auch noch der Hohlweg!

 

Jedes Auftreten war schmerzhaft und führte wahrscheinlich dazu, dass ich völlig unbewusst in eine Art Schonlauf überging. Denn nach Kilometer 30 kam es auch zu sporadisch auftretenden Wadenkrämpfen.

 

Da ich aber bei sehr vielen Läufen gelernt hatte, damit umzugehen, kam es nicht zum richtigen schweren Wadenkrampf. Im richtigen Moment gerade genug "wegnehmen" und man behält es einigermaßen im Griff - aber man wird insgesamt natürlich deutlich langsamer!

 

Gunnar hatte ich bereits bei etwa km 28 Bescheid gesagt und ihn praktisch nach vorn geschickt. Er sollte einfach sein Rennen laufen und sich nicht um mich sorgen!

 

Wir sehen uns im Ziel!

 

Ein wenig schade fand ich es schon, dass ich mich konditionell noch so gut fühlte und nicht mal bergab mehr richtig Druck machen konnte. Hätten meine Waden es zugelassen, dass ich ab dem Gipfel vor Frauenwald (letzte Verpflegung) so hätte laufen können wie so oft, dann hätte ich Gunnar sicher wieder "gestellt".

 

Das ging aber nicht. Immer wenn ich etwas anzog, schoben beide Waden dem sofort einen Riegel vor. Ich konnte aber auf diese Art wenigstens bis ins Ziel laufen, welches ich rund 6:30 min. nach Gunnar erreichte.

 

Ich hatte meinen 25. Lauf über die Marathonstrecke  gebracht und Gunnar hatte einen 1. Marathon erlebt, wie es besser gar nicht denkbar ist! Immerhin hatten wir am Vorabend in der Halle in Neuhaus auch noch ein Autogramm und ein Erinnerungsfoto vom und mit dem Doppelolympiasieger im Marathon Waldemar Cierpinski bekommen.

 

Nachtrag:

Sehr schön fand ich auch, dass das allseits bekannte Lied "Happy Birthday to yoy......"

mit einem relativ selten auftretenden Text gesungen wurde.

Die Masse sang begeistert mit bei  "Zum Geburtstag viel Glück...."!

 

Übrigens habe ich mich heute, am 22. Mai 2016 zum Halbmarathon am 20 Mai 2017 angemeldet!

 

 
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